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Elemente - die kleinen Filmtage
(November 2000)

Herzlich willkommen zu den kleinen Filmtagen!

In diesem Jahr gibt es im November nicht wie gewohnt die Oldenburger Filmtage. Grund hierfür sind die vielen Terminüberschneidungen während der Filmtage in den letzten Jahren. Aber keine Sorge, die 8. Oldenburger Filmtage wurden lediglich in den terminlich günstigeren April verschoben.

Selbstverständlich wollten wir Sie/Euch aber auch nicht ohne Filme dem trüben November überlassen. Die Filmreihe "Elemente" soll ein wenig die Wartezeit verkürzen und ein Vorgeschmack sein, denn vom 25. bis 29. April 2001 werden wir wieder ein tolles Programm bieten.

So wie die Filmtage ohne die einzelnen Gruppen nicht exitieren würden, so wär das Leben nicht vorstellbar ohne die ihm zu Grunde liegenden Elemente. Was liegt da näher, als dass jede Gruppe ein Element filmisch präsentiert:

Gleichzeitig gibt es im Foyer des PFL Stellwände mit Informationen zu unseren Gruppen und Veranstaltungen. Dort können Sie erfahren, wer hinter den einzelnen Gruppen steckt und was in den vergangenen Jahren geboten wurde.

...und auf Wiedersehen im April 2001 auf den 8. Oldenburger Filmtagen


Donnerstag, 23.11.00, 20:00 Uhr, PFL:
Filmriß präsentiert

Der Wind wird uns tragen

von Abbas Kiarostami
Iran/Frankreich 1999, 35 mm, 118 min, OmU
präsentiert von Filmriß

Drei Männer aus Teheran kommen für einen kurzen Aufenthalt nach Siah Dareh, einem kleinen Dorf im kurdischen Teil Irans. Einer der drei, ein Fotograf, wartet auf das Ableben einer uralten Frau, um eine seltene Trauerzeremonie abzulichten. Immer wieder klingelt sein Handy, immer wieder begleiten wir ihn durch verwinkelte Gassen des Dorfes hinauf auf einen Hügel, wo der Empfang besser ist. Am Ende wird er unverrichteter Dinge wieder abreisen. Niemand weiß, wonach er wirklich gesucht hat, und niemand weiß bei seiner Abreise, ob er es gefunden hat.

Großer Preis der Jury Internationale Filmfestspiele Venedig 1999


Freitag, 24.11.00, 20:00 Uhr, PFL:
RollenWechsel präsentiert

ferne ufer

von Martin Busker
Deutschland 2000, VHS, 30 min

Marc ist ein Zivi auf einer Rettungswache. Mit seinen 19 Jahren hat er noch nicht viel vom Leben gehabt. Durch ein ungewöhnliches Ereignis wird er mit Fabian zusammengeführt, einem 17jährigen Jungen. Sie verstehen sich auf Anhieb gut und verbringen den Rest des Tages miteinander. Fabian erzählt Marc, dass er unter einer seltsamen Form des Gehirntumor leidet. Trotz des Schocks für Marc, lassen sich die beiden nicht abhalten eine schöne Zeit zu erleben. Was erst nach guter Freundschaft aussieht scheint zur Liebe zu werden, denn am Abend küssen sich die beiden im Hafen das erste Mal. Doch ihr Glück soll nicht lange anhalten, denn das Schicksal nimmt seinen Lauf...

"ferne ufer" ist eine dramatische Liebesgeschichte über zwei Jungen, die die Liebe zu ihrem eigenen Geschlecht entdecken. Der Stoff, der erst für eine Komödie geplant war, wurde auf die Erzählung eines Tages im Leben des Marc umgelegt. Die Handlung besteht aus Teils wahren Begebenheiten.

Zu Gast sein wird Thomas Trauernicht, der den Dreh begleitet hat.

im Anschluss:

Der Mann meines Herzens

von Stéphane Giusti
Frankreich 1997, VHS, 87 min, OmU

Sardinen und Rosen im Schwimmbecken? Dies sind nur zwei der erfrischenden Einfälle, die Regisseur und Autor Stéphane Giusti in diesem Film untergebracht hat. Der schwule Bademeister Martin verguckt sich sofort in den schönen und scheinbar heterosexuellen Turmspringer Lucas. Mit seinem Charme, seinen ungewöhnlichen Ideen und einer großen Portion Dreistigkeit gelingt es Martin tatsächlich, diesen in seinen Bann zu ziehen. Dabei zieht er alle Register, sogar seine langjährige Aids-Erkrankung muss herhalten, um Lucas in der Nacht aus dem Bett dessen Freundin zu ihm zu locken. Nach dieser Nacht ist für Lucas alles anders, er möchte zu Martin ziehen und sich weiter um ihn kümmern... Doch dieser macht es ihm plötzlich nicht mehr so leicht...

Der Film erzählt auf unnachahmlich leichte, französische Weise eine schwule Lovestory inklusive Coming Out und Aids-Problematik. Dabei drängen sich die beiden letzteren nicht auf, der Film strahlt eine wunderbare Normalität all dieser Thematiken aus. Er ist sowohl unterhaltend und witzig als auch tragisch, nie aber langatmig und plakativ.


Samstag, 25.11.00, 20:00 Uhr, PFL:
Medienbüro präsentiert

Das Frühlingstreffen der Feldhüter

von Dimos Avdeliodis
Griechenland 1999, 35 mm, 178 min, OmU

Schauplatz des Filmes ist die Insel Chios im Jahre 1960. Nach dem plötzlichen Tod des lokales Feldhüters (eines Landpolizisten, wie es sie früher in Griechenland gab) drängt der Rat des Dorfes Tholopotami den Distrikt-Agronomen, für den Verstorbenen einen neuen Mann zu ernennen. Aber die verfügbaren Feldhüter weigern sich, in jenes Dorf zu gehen, weil es einen schlechten Ruf und ihr Kollege in Ausübung seines Dienstes das Leben verloren hat. Als das Dorf seine Anfrage erneuert und darüber hinaus noch finanzielle Anreize schafft, melden sich vier Feldhüter für den Posten. Der Agronom ernennt einen nach dem anderen; jeder der vier scheitert an seiner Aufgabe.

Der Film lädt zu einer fast dreistündigen Erzählung von vier Flurschützen ein (einem mittlerweile auch in Griechenland ausgestorbener Beruf ), die an ihrer ebenso der Natur wie dem Eigentum verbundenen Aufgabe scheitern, der erste, weil er zu zaghaft ist, der zweite, weil er zu draufgängerisch ist, der dritte wegen seiner Gutmütigkeit, der vierte weil er sich in die Diebin der Feldfrüchte verliebt hat.

Caligari Preis auf der Berlinale 2000


Sonntag, 26.11.00, 20:00 Uhr, PFL:
Gegenlicht präsentiert

Lohn der Angst

von Henri Georges Clouzot
Frankreich/Italien 1953, 35 mm, 150 min, s/w

Vier Männer begeben sich auf eine Art Selbstmordkommando, um jeder 2000 Dollar zu verdienen, indem sie zwei mit gefährlichem Nitroglycerin beladene Trucks durch die Wildnis Südamerikas zu einem Ölquellenfeuer fahren. Allein das zu transportierende Nitroglycerin hat die Explosionskraft, um die unbändigen Ölfeuer auszublasen. Jedoch wissen sowohl die Ölkompanie wie auch ein jeder der Fahrer, dass es an ein Wunder grenzen würde, wenn auch nur eines der Fahrzeuge das Ziel erreichen würde, ohne auf dem Weg in die Luft zu fliegen, denn jede zu abrupte Bewegung eines der Lkws kann die Ladung zur Detonation bringen.

Clouzot gelingt es in diesem Film, mehrere anscheinend unvereinbare Elemente zu verknüpfen: Er erschafft einen Genrethriller, der den Zuschauenden nicht nur einmal mit seiner Spannung den Atem verschlägt, er entwickelt ein erschreckendes Bild menschlicher Abgründe im Umgang miteinander, wenn es um die eigenen Haut geht, er schafft es damit verbunden schließlich auch, den Film mit philosophischen Untertönen zu versehen, die die existenzialistische Atmosphäre im Nachkriegsfrankreich treffend wiederspiegeln.

Großer Preis der Jury Filmfestspiele in Cannes 1953


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