Vorstellung
Filmreihen
Filmtage
Cine k
Links
Kontakt
E-Mail
zurück zur Startseite

Weihnachtsfilmwoche im cine k / Cine Rosa / Klassiker der Filmgeschichte

Viktor und Viktoria

Deutschland 1933, 101 min
Regie: Reinhold Schünzel

Bei einem Vorsprechen für den ‚Hamlet’ wird der – eher komisch begabte - Mime Viktor Hempel abgelehnt und lernt die bis dahin ebenfalls erfolglose Schauspieldebutantin Susanne Lohr kennen. Sie freunden sich an und Susanne erfährt, dass Viktor, um seinen kargen Lebensunterhalt zu verdienen, in einem billigen Varieté als Damenimitator „Monsieur Viktoria“ auftritt. Als er erkrankt hat er die ‚wunderbare’ Idee, dass Susanne für ihn einspringen solle. Die Nummer wird ein voller Erfolg und gemeinsam gehen die beiden auf Tournee – mit dem einzigen Haken, dass Susanne auch im Privatleben als „Mister Viktoria“ überzeugen muss. Im Frack verdreht sie allen Frauen, von der Lady bis zum Strassenmädchen, den Kopf. Bis sie auf Robert trifft, "Londons berühmtestem Frauenkenner", der sie auf die Probe stellt – wunderbar, wie Renate Müller sich beim Barbier rasieren lässt. Schließlich jedoch muss Viktor Hempel selbst wieder als "Viktoria" einspringen, um einen Skandal zu vermeiden.

Reinhold Schünzel war einer der erfolgreichsten Ufa-Regisseure der Weimarer Zeit. Als sogenannter ‚Halbjude’ wurde er von der Nazi-Regierung Deutschlands geschützt, bis er sich mit Filmen wie Amphitryon unbeliebt machte, die deutlich das nationalsozialistische Regime und den Stil von Leni Riefenstahls Reichsparteitagsfilme karikierten. 1937 floh er in die USA, konnte jedoch weder dort noch nach seiner Rückkehr in die BRD an seine früheren Erfolge anknüpfen. Die ebenfalls erfolgreiche Schauspielerin Renate Müller, eine Entdeckung Schünzels, starbt 1937unter ungeklärten Umständen. Hartnäckig halten sich die Gerüchte um Drogenmissbrauch und Selbstmord bis heute, nicht zuletzt, da Renate Müller ihre Beziehung mit einem jüdischen Emigranten nicht aufgeben wollte und der Druck durch die Nazis auf den Publikumsliebling ständig zunahm. Viktor und Viktoria ist Grundlage für Blake Edwards Film Victor/Victoria von mit Julie Andrews in der Hauptrolle sowie einigen anderen – zu recht erfolglos gebliebenen - Filmen. Doch das Original, eine rasante Komödie rund um Crossdressing und Geschlechterverwirrungen, hat nichts von seinem Charme verloren – und schlägt, was den lesbischen Subtext anbelangt, seine Remakes um Längen!


zurück zur Monatsübersicht


vorstellung    filmreihen    filmtage    cine k    links    kontakt