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Bollywood and beyond

Silent Waters

Pakistan 2003, 99 min, OmU
Regie: Sabiha Sumar

Charkhi, ein Dorf im pakistanischen Punjab, 1979. Ayesha ist eine scheinbar gut situierte Frau in den besten Jahren, deren Leben sich um ihren verträumten achtzehnjährigen Sohn Saleem dreht. Saleem ist bis über beide Ohren in Zubeida verliebt. Ayeshas Mann ist bereits seit einiger Zeit tot, und sie muss sich zusätzlich zu ihrer spärlichen Rente mit Koranstunden für junge Mädchen über Wasser halten.
Just in dieser Zeit wird unter der Führung von Präsident General Zia ul Haq der Ausnahmezustand ausgerufen. In wenigen Monaten soll Pakistan ein islamischer Staat werden, regiert unter islamischen Gesetzen.
Saleem schließt sich einer Gruppe islamischer Fundamentalisten an und verlässt Zubeida. Ayesha verfolgt die Veränderung Ihres Sohnes mit Sorge. Als Sikh Pilger aus Indien in das Dorf strömen, beschleunigen sich die Ereignisse. Einer der Pilger sucht nach seiner Schwester Veero, die 1947 von Moslems verschleppt wurde und er ruft damit schmerzhafte Erinnerungen wach.

Silent Waters ist die erste seit langer Zeit wieder in Pakistan gedrehte internationale Spielfilmproduktion und der erste Film überhaupt von einer weiblichen Regisseurin.

Sabiha Sumar studierte von 1980-1983 Film und Politische Wissenschaften am Sarah Lawrence College in New York, danach von 1984-1985 Internationale Beziehungen an der Universität Cambridge.
Ihre Filme werfen einen kritischen Blick auf die Gesellschaft und versuchen, die Zuschauer für die globalen Belange von Frauen zu sensibilisieren. Ihr erster Film Who will cast the first stone – Wer wirft den ersten Stein (für Channel Four, GB, 1987 – Golden Gate Award beim San Francisco Filmfestival) thematisiert den Widerstand von Arbeiterinnen gegen die 1979 durch General Zia’s Regime eingeführten islamischen Gesetze. Don’t ask why – Frag nicht warum (für ZDF/ 3SAT, 1999) erzählt von den Träumen und Plänen eines 17jährigen moslemischen Mädchens, das in einer Gesellschaft mit wachsender Religiosität aufwächst.
Silent Waters ist Sabiha Sumars erster abendfüllender Spielfilm.

Silent Waters kommt ohne Artistik aus. Dem entspricht die dem Film zugrundeliegende Auffassung von Geschichte: kein großes Tableau à la "Gandhi", sondern eine intime Nahaufnahme in gedämpfter Lautstärke. Stellung beziehen die Bilder wie von selbst. Ein kleines dramatisches Gedicht.Thomas Warnecke/ Schnitt

Die unmissverständliche Schilderung menschlicher Verrohung im Zuge des religiösen Fanatismus erhebt das Werk zur universellen Kritik an Intoleranz und Unverstand.
Till Brockmann/NZZ

Silent Waters wurde weltweit ausgezeichnet und gewann unter anderem den Goldenen Leoparden in Locarno als Bester Film und als Beste Hauptdarstellerin

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