Deutsche Entdeckungen
Hab mich lieb!
Deutschland 2004, 105 min
Regie: Sylke Enders
Kalli (Franziska Jünger, die Titelheldin aus Enders’ Erstling Kroko) ist schwierig. Introvertiert und ein wenig ruppig. Kein Wunder, dass ihre einzige Freundin die warmherzige, aber überdrehte Transsexuelle Christel (Torsten Schwjk) ist. Die beiden verbindet eine merkwürdige Beziehung: Kalli lässt Christel spüren, dass sie sich ihr überlegen fühlt, Christel akzeptiert die Rollenverteilung scheinbar. Die fragile Freundschaft der beiden gerät in Gefahr, als sie in der Silvesternacht den rätselhaften Norman kennen lernen. Christel will ihn verführen, Norman fühlt sich aber mehr zu Kalli hingezogen. Immer stärker wird Christels Drang, gegen Kalli zu rebellieren – was als Ironie beginnt, steigert sich zu dramatischem Ernst. Ironie und Sarkasmus spielen eine große Rolle in Sylke Enders Werken, so auch in diesem Film. In zeitlosen Bildern zeigt sie die Widersprüchlichkeit ihrer Charaktere und ihre Hoffnungslosigkeit zwischen Alltag und noch zu planendem Leben: Hab mich Lieb! ist dabei der Hilfeschrei, der die Hauptfiguren vereint – und weil jeder ihn schreit, versteht niemand den anderen.
Sylke Enders bekam für ihren Überraschungserfolg „Kroko“ Anfang des Jahres den Bundesfilmpreis verliehen. Geboren 1965 in Brandenburg, studierte sie zunächst Soziologie und Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Ihre Drehbücher zu Dita meets Rita (1995) und Das Mondkalb (2003) machten sie in der Filmszene bekannt. Hab mich lieb war ihr Abschlussfilm für die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin.
Noch vor dem offiziellen Kinostart als Vorpremiere im Cine k
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