Cinema Italia
Die zweite Hälfte der Nacht
Italien 2003, 90 min, OmU
Ein Film von Davide Ferrario
Martino arbeitet als Nachtwächter im Turiner Filmmuseum. Nach Mitternacht betrachtet er sich als Herr über diesen Ort der Kinoträume, hat sich dort sogar ein eigenes Zimmer eingerichtet und schaut sich mit Vorliebe alte Buster-Keaton-Filme an.
Angelo, der "Engel", ist ein kleiner Dieb aus der Vorstadt. Er hat eine Schwäche für Autos und Frauen. Seine Freundin Amanda würde lieber ein geregeltes Leben führen.
Eines Tages gerät Amanda in Schwierigkeiten und findet auf der Flucht vor der Polizei durch Zufall Unterschlupf im Filmmuseum. Der an Einsamkeit gewöhnte Martino teilt sein Zuhause nun plötzlich mit einer jungen Frau. Amanda ihrerseits lässt sich immer mehr auf diese für sie völlig neue, abgeschlossene Welt ein. Aber dann macht sich Angelo auf die Suche nach seiner Freundin …
Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte an einem ungewöhnlichen Ort: Regisseur Davide Ferrario hatte die Möglichkeit, im berühmten Turiner Filmmuseum selbst zu drehen, und er verwandelt dieses auch architektonisch faszinierende Gebäude in ein magisches Reich der Fantasie, in dem alles passieren kann
Der italienische Regisseur Davide Ferrario liebt Filme und zitiert sie gern. Von Buster Keaton, Lumière oder Truffaut zum Beispiel. Wie die drei jungen Leute ihre Beziehung aushandeln, ist eine schöne Variante von Truffauts "Jules und Jim". Dennoch besitzt Ferrarios Film, den er mit hochauflösender Digitalkamera gedreht hat, eine eigene wunderbare Seele. Man verliebt sich in die drei Protagonisten. Sie wirken so echt. Die eine trotzig, der andere verträumt, der dritte draufgängerisch und alle verletzlich. Sie sollten noch in vielen Filmen spielen. Tagesspiegel
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