Frauenbilder im iranischen Kino
Scheidung auf iranisch
Iran 1998, 55 min, Video
Regie: Kim Longinotto und Ziba Mir Hosseini
Im Iran kann sich eine Frau nicht ohne das Einverständnis ihres Gatten scheiden lassen, außer wenn sie handfeste Beweise über Unfruchtbarkeit, Geisteskrankheit oder mangelnde finanzielle Zuwendung ihres Ehemannes vorbringen kann. Die Filmemacherin Kim Longinotto hat gemeinsam mit Ziba Mir-Hosseini, Ethnologin und Spezialistin für iranisches Familienrecht, während mehrerer Wochen die Prozesse vor einem Familiengericht in Teheran mitverfolgt. Entstanden ist ein spannendes, eindrückliches Dokument, das anhand von drei Gerichtsfällen einen differenzierten Einblick nicht nur in die Familienstrukturen, sondern auch in die männerdominierte islamische Gesellschaft generell gewährt
Jamileh ist von ihrem Mann misshandelt worden, Maryam kämpft um das Sorgerecht für ihre Kinder, und die 16-jährige Ziba möchte studieren und sich von ihrem 20 Jahre älteren Ehemann scheiden lassen, ohne dabei das Brautgeschenk zu verlieren. Alle versuchen mit Stärke, List und Durchhaltevermögen den geduldig zuhörenden Religionsrichter zu überzeugen und zu ihrem Recht zu kommen. Ein ungewöhnlicher Film über starke Frauen
zurück zur Monatsübersicht