Frauenbilder im iranischen Kino
Baran
Iran 2001, 95 min, 35mm, OmU
Regie: Majid Majidi
Baran ist die Geschichte afghanischer Flüchtlinge und zugleich eine wunderbar romantische Liebesgeschichte zwischen dem iranischen Teenager Lateef (Hossein Abendini) und dem afghanischen Mädchen Baran.
Während Lateef und die anderen Iraner versuchen, über die Runden zu kommen, kämpfen die afghanischen Flüchtlinge ums nackte Überleben, da sie nicht legal arbeiten dürfen. Lateef, ein gutherziger, aber im Grunde fauler und recht tolpatschiger Junge, arbeitet auf einer Baustelle, wo er unter anderen auch afghanische Schwarzarbeiter, die dort für einen Hungerlohn schuften, mit Tee und Essen versorgt. Der Vorarbeiter, ein freundlicher, aber sparsamer Mann namens Memar (Mohammad Amir Naji), zahlt Lateef nur ein spärliches Taschengeld und behält den Rest des Geldes ein, zu Lateefs Bestem, wie er behauptet.
Als der afghanische Arbeiter Najaf auf der Baustelle schwer stürzt, kann er sich nicht an die offiziellen Stellen wenden, da er seine Verletzungen ja bei der Schwarzarbeit erlitten hat. Der Vorfall gefährdet die Jobs aller. Am nächsten Tag treffen der afghanische Arbeiter Soltan (Abbas Rahini) und der Sohn des Verletzten, Rahmat (Zahra Bahrami) ein, um zu arbeiten. Soltan überzeugt Memar, dass Rahmat die Stelle seines Vaters übernehmen kann. Memar stimmt widerwillig zu.
Zu Beginn versucht Lateef dem Neuen zu helfen, aber Rahmat ist für körperliche Arbeit nicht geschaffen. Nachdem Rahmat eine schwere Last fallen lässt, weist Memar Lateef die schwere Bauarbeit und Rahmat stattdessen die weniger anstrengende Versorgung der Arbeiter zu. Aus Wut über seine neue Aufgabe sabotiert Lateef Rhamat. Er verwüstet die kleine „Küche“ und bespritzt Rhamat mit Wasser. Aber dann ändert ein einziger Moment Lateefs Haltung.
Lateef hört Gesang und wendet seine Aufmerksamkeit Rhamats Raum zu. Hinter dem Vorhang sieht er ein schönes Mädchen und beobachtet, wie es seine langen Haare kämmt. Lateef ist sofort von ihr bezaubert. Regierungsprüfer besuchen die Baustelle. Dies fordert einen hohen Preis: alle afghanischen Arbeitskräfte müssen gehen, auch das afghanische Mädchen. Lateef wird klar, dass er nicht mehr ohne Baran sein will. So macht er Soltan ausfindig, der ihm sagt, wo seine Liebste nun arbeitet. Lateef beobachtet aus der Ferne, wie Baran gefährlich schwere Steine schleppt und erträgt es nicht, sie so am Rande ihrer Kräfte zu sehen.
Ungeachtet seiner eigenen Lage versucht Lateef nun alles zu tun, was in seiner Macht steht, um seine Liebe zu retten.
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