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Israel und Palästina: jenseits bekannter Bilder

Brennpunkt Nahost. Die Nachrichten die uns aus Israel und Palästina erreichen geben wenig Anlass zum Optimismus. Die Bilder scheinen sich endlos zu wiederholen. Stereotype verfestigen sich und der eigene Standpunkt wird immer aufs neue bestätigt. Wir wollen mit dieser Filmreihe andere Bilder zeigen und dazu einladen ein wenig tiefer zu sehen.

Shnat Effes - Die Geschichte vom bösen Wolf

Ein Film von Joseph Pitchadze
Israel 2004, 131 min, OmU

Ruven und Michal, ein Paar in den Vierzigern, haben sich seit langem entschieden, keine Kinder zu bekommen. Als Michal trotzdem schwanger wird, will sie das Baby unter allen Umständen austragen. Der aufgebrachte Ruven überfährt aus Versehen einen Blindenhund und begeht Fahrerflucht. Seine Schuldgefühle treiben ihn in eine komplizierte Beziehung zu dem Besitzer des Hundes, einem blinden Physiotherapeuten, der seinerseits sein Spiel mit Ruven zu treiben scheint.

Anna, eine junge alleinerziehende Mutter, und ihr 10-jähriger Sohn werden aus ihrer Wohnung geworfen. In ihrer Verzweiflung beginnt die arbeitslose junge Frau, sich zu prostituieren. Mit Matti, einem Waffenhändler, deutet sich erstmals wieder eine Möglichkeit an, in die Normalität zurück zu kehren. Doch Matti wird von einem Killer verfolgt, und seine hoffnungsvolle Beziehung zu Anna scheint sich zu einem Desaster zu entwickeln

Suhad, eine Palästinenserin aus Bethlehem, verliebt sich während des Studiums in Rabee aus Jerusalem. Nach drei Jahren, entscheidet sich das Paar zu heiraten und in Jerusalem zu leben, obwohl sie wissen, dass es Suhad nicht erlaubt ist, die Stadt zu betreten.

Kagan, ein introvertierter Rundfunktechniker um die 30, produziert nebenberuflich eine Radiosendung über seinen verstorbenen Vater, einen der Gründer der israelischen Punkmusik-Szene. Aber der neue Sendeleiter, ein Militärfreak, versucht die Sendung aus Political Correctness abzusetzen. Aus heiterem Himmel erscheint der alte Robinson, ein ehemaliges Mitglied aus der Band seines Vaters. Robinson stellt Kagans Leben auf den Kopf und scheint überdies an Kagan mehr als nur freundschaftlich interessiert zu sein.

Wie in Short Cuts, Amores Perros und L.A. Crash verknüpft der israelische Regisseur Joseph Pitchhadze die Geschichten verschiedener Menschen, um den Zustand einer Gesellschaft zu zeichnen - wobei in seinen einfühlsamen Momentaufnahmen alle Protagonisten dazu gezwungen werden, wieder bei Null anzufangen und erneut auf die Suche nach Erlösung, Sinn und Glück zu gehen...

Eine einfühlsame und zugleich süffisante Momentaufnahme der israelischen Gesellschaft zu Anfang des neuen Jahrtausends. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Krise und der immer breiter werdenden Kluft zwischen Arm und Reich erzählt der Film drei Alltagsgeschichten aus der quirligen Metropole Tel Aviv, hinter deren Glamour sich ständig Leid und Glück die Waage halten.

Nicht entgehen lassen !! epd-film

Einer der schönsten und wichtigsten Filme, die je in Israel produziert wurden. Ha'aretz



Die DarstellerInnen:

Sarah Adler (als Anna) studierte von 1995-1997 am Lee Strassberg Institute in New York. In den folgenden vier Jahren trat sie auf verschiedenen Bühnen in New York und Paris auf. Seit 1999 zahlreiche Kinoproduktionen in den USA, Frankreich und Israel, u.a. Notre Musique (Jean-Luc Godard), Avanim (Regie: Raphael Nadjari; Berlinale 2004) und in dem neuen Film von Sophia Coppola – Marie Antoinette – der 2006 erscheinen wird.

Keren Mor (als Michal) einer der großen Film-, Fernseh- und Theaterstars in Israel. Sie spielte in vielen Filmen von Amos Gitai (u.a. Kadosh und Freezone, Retrospektive auf der Berlinale 2006) sowie zahlreichen israelischen Kinoproduktionen tragende Rollen, sie ist regelmäßig im israelischen Fernsehen präsent und spielt auf den Bühnen des israelischen Nationaltheaters Ha-Bima, im Kameri-Theater Tel-Aviv, im Haifa-Theater und anderen. 1995 wurde sie zur „Frau des Jahres“ in Theater und Kino gewählt, 1997 mit dem Kritikerpreis auf dem Filmfestival Haifa ausgezeichnet und 2002 für ihre Rolle im Fernsehdrama HaBurganim mit dem Preis für die Beste Darstellerin sowie mit dem Preis der Stadt Tel Aviv für ihre Rolle in Die besten Freundinnen gewürdigt.

Menashe Noi (als Reuben) studierte zunächst Architektur und von 1985 bis 1989 Film und Fernsehen an der Universität Tel Aviv. Er spielt in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen und arbeitet als Regisseur von Dokumentarfilmen. Zusammen mit seiner Ehefrau Keren Mor ist er seit vielen Jahren in der erfolgreichen Fernseh-Comedy-Show haChamishia HaKamerit (Das kammer-Qintett) zu sehen. In Deutschland war er u.a. in Elia Suleiman’s Divine Intervention und Ari Folman’s Made in Israel (bei Pegasos) zu sehen.

Moni Moshonov (als Eddi) einer der erfolgreichsten Komiker Israels, sowohl auf der Bühne als auch im Fernsehen. Er hat lange Zeit durch die populäre Kindersendung Zehu Zeh geführt und ist damit so bekannt wie Käptn' Blaubär oder Peter Lustig. Nach vielen Jahren bei den Theatergruppen Haifa und Ein Hod spielt er heute vor allem beim israelischen Nationaltheater HaBima in Tel Aviv. In Filmen wie Dover Kosashvili’s Late Marriage (Bundesverband für kommunale Filmarbeit und israelische Botschaft) und Amos Gitai’s Kedma war er auch bei uns auf der Leinwand zu sehen.

Eine Veranstaltung des Medienbüro Oldenburg in Kooperation mit der Kulturetage, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Oldenburg und der Universität Oldenburg im Rahmen der Reihe „Fußballtheater“ untertützt vom AStA der C.v.Ossietzky-Universität



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