cineRosa
Affengeil
Deutschland 1990, 87 min, 35mm
Regie: Rosa von Praunheim
Lotti Huber, Rosa von Praunheims große Entdeckung, steht im Zentrum dieses semidokumentarischen Films. Als Jüdin ist Lotti während der Nazi-Herrschaft im KZ gewesen. Nachdem sie freigekauft wurde, emigrierte sie u.a. nach Palästina, Ägypten, Zypern und London. Sie kam erst in den 60er Jahren nach Deutschland zurück. In dem Film erzählt die vor Lebensmut strotzende 77jährige Tänzerin und Schauspielerin aus ihrem bewegten Leben.
Zur Entstehungsgeschichte
Dieser Film - vielleicht eine Liebesgeschichte zwischen Lotti Huber und Rosa von Praunheim - war nicht leicht fertigzustellen. Vor zwei Jahren fingen wir mit Videos an, insgesamt 30 Stunden; wir hatten ein richtiges Drehbuch - eine Komödie übers Filmemachen sollte es werden -, und wir ließen die Kamera einfach laufen, auch nach den geplanten Szenen, das ist der Vorteil von Video, denn Videobänder kosten fast nichts im Vergleich zu Filmmaterial.
Lotti blühte erst richtig auf, wenn sie dem Team aus ihrem reichen Leben erzählen konnte, und sie überraschte selbst mich mit immer neuen Varianten.
Zur gleichen Zeit tourten wir mit unserem Film „Anita - Tänze des Lasters“ durch die Welt (New York, London, Amsterdam usw.), und Lotti machte danach eine erfolgreiche Live Show, in der sie mit Gesang und Tanz aus ihrem Leben erzählte - sie begeisterte das Publikum durch ihre Vitalität, ihren Humor und ihre Kraft trotz ihres hohen Alters.
Woher nimmt sie trotz ihres schweren Lebens nur ihren Optimismus? Der Film Affengeil beantwortet diese Frage. aus: Rosa von Praunheim,
Sex und Karriere, 1991
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