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cine rosa

Wild Side

Frankreich 2004, 94 min, OmU
Regie: Sebastian Lifshitz

Meistens stehen sie auf dem Balkon. Sie rauchen und schauen auf das glitzernde Paris. Stéphanie und Djamel genießen dann die Nacht. Weil es sonst nichts gibt in ihrem Leben. Eines Abends lernt Stéphanie den Russen Mikhail kennen. Die beiden fühlen sich beieinander geborgen und brauchen nicht viele Worte, um sich zu verstehen. Stéphanie muss sich nun entscheiden - für beide Männer.

In der so entstehenden Dreierbeziehung scheinen wohl alle ihr Glück zu finden. Bis eines Tages Stéphanie erfährt, dass ihre Mutter im Sterben liegt. Das Trio macht sich auf in den Norden Frankreichs. Sie fahren in eine karge und weitläufige Landschaft und kommen an Wendepunkten in ihrem Leben an.

Denn die transsexuelle Stéphanie tobte hier früher als Pierre über die Felder und die Begegnung mit ihrer Mutter reißt zunächst alte Wunden auf. Während sie um Verständnis für ihren Lebensweg kämpft, setzen sich auch die beiden Männer mit ihrer Geschichte auseinander: Mikhail, der aus dem Tschetschenien-Krieg desertiert ist, ist seiner leiblichen Familie genauso fern wie Djamel, den seine Angehörigen verstoßen haben

Sébastien Lifshitz erzählt in Wild Side lediglich eine Geschichte von Wünschen, Hoffnungen, der Zukunft. Das Besondere sind seine drei Figuren, alle für sich Außenseiter in der Gesellschaft. Und ihr besonderes Verhältnis zueinander, eine neue Form von "Familie", abseits der Norm. Der von Agnès Godard wunderschön photographierte Film wurde auf der Berlinale 2004 für seine einfühlsame Charakterzeichnung mit dem Teddy-Award ausgezeichnet.

Hervorragend gespielter psychologischer Film, der den Zuschauer extrem nahe an die Figuren heranführt und an ihrem Leben und ihren Gefühlswelten teilnehmen lässt film-dienst

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