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Ferienkino

Das Geheimnis der Frösche

Frankreich 2003, 90 min
Regie: Jacques-Rémy Girerd

Wenn Frösche mit Menschen sprechen, dann muss das, was sie zu sagen haben, schon sehr wichtig sein. Und so ist es auch. Nach der großen Generalversammlung im Tümpel unterhalb des Hügels steht für die besorgten Frösche fest: Eine neue Sintflut wird kommen. Und zwar schon morgen. 40 Tage fürchterlicher Regen wird die Welt ertränken mit allem, was auf ihr lebt. „Wir müssen die Menschen warnen“, entscheidet das Frosch-Präsidium und erzählt Tom und Lili von der bevorstehenden Katastrophe. Die beiden Kinder leben oben auf dem Hügel. Dort bewirtschaften die Eltern Ferdinand und Juliette ihren Bauernhof. Noch bevor die Kinder ihre Warnung richtig aussprechen können, verdunkelt sich der Himmel und die Sintflut bricht herein. Zum Glück hatten Bauer Ferdinand und Tom am Vortag noch einen alten Traktorreifen aufgepumpt, der das Hügelhaus nun durch die Wellen trägt. Es dient als Refugium für Menschen und Tiere. Jetzt kommt es darauf an, sich auf engstem Platz zu arrangieren, das Nötigste miteinander zu teilen und gemeinsam jede Widrigkeit entgegenzutreten.


Der französische Regisseur Jacques-Rémy Girerd hat einen für die Boomzeit des modernen Animationsfilms besonderen Film geschaffen. Im Wortsinn der Gattung (animare [lat.] = beseelen, bewegen) kommt es ihm darauf an, seine Figuren emotional spürbar, regelrecht empfindbar zu machen. Dazu bedient er sich einer Trickästhetik, die sich abhebt von der gängigen 3D-Computeranimation großer amerikanischer Produktionen. Girerds Film bezaubert durch eine große Ruhe. Er verwendet keine auffälligen Effekte und sorgt durch niedrige Schnittfrequenz und wenig „Kamerabewegung“ dafür, dass die Konzentration auf wesentliche Figurencharakteristika oder Erzählinhalte möglich ist. Als Technik nutzt er den Zeichentrick, bei dem die scheinbare Bewegung durch Einzelbildschaltung gezeichneter Figuren entsteht.

Der Regisseur hat zur grafischen Umsetzung seiner Idee den Künstler Iouri Tcherenkov gebeten, die Figuren zu entwerfen, die von einer berührenden Menschlichkeit sind. Dadurch, dass auch kleine Gesten erkennbar bleiben, dass durch die intensive Farbigkeit eine Atmosphäre der Wärme und Geborgenheit geschaffen wird, hat der Film einen hohen Identifikationsgrad für die Zuschauer. „Ich suche nicht um jeden Preis visuelle Perfektion, die oft genug den Mangel an Gefühlen vertuscht“, sagt Girerd. „Es gibt ja verschiedene Arbeitsweisen – Akzentuierung auf Linie und Kontur oder auf Fläche und Volumen. ... Letztlich versuche ich auf meine Weise, der ‚Disneyisierung’ der Welt zu wider-stehen.“

Der Film ist ein kleiner und doch so großer Animationsfilm. Regisseur J. Girerd hat mit seiner animierten Arche-Noah-Variante eine ganz wundervolle, liebevolle, sehenswerte Parabel auf das menschliche- und tierische! - Leben, Leiden und Lieben geschaffen.

BR 3, filmtipp


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